Freitag, 24. April 2015

Zum Tode von Gitarrenbaumeister Gerold Karl Hannabach




Ein strahlendblauer Himmel war der große Rahmen, als am 15 April dieses Jahres der Gitarrenbaumeister Gerold Karl Hannabach auf dem Bubenreuther Waldfriedhof zu Grabe getragen wurde.
Viele Menschen waren dort versammelt. Jeder Platz in der Kapelle war besetzt und bis weit auf den Vorplatz drängten sich Freunde und Bekannte. Die Trauerfeier wurde von Musik begleitet, die auf einem seiner Instrumente gespielt wurde.
In den ausführlichen Nachrufen der Handwerksseite wurde er als überragender Vertreter jener Instrumentenbauer gewürdigt, die nach Krieg und Vertreibung in Westdeutschland wieder an die ehrwürdigen Handwerkstraditionen ihrer böhmischen Heimat anknüpften. Der Gemeindevertreter erinnerte an Hannabachs außerordentlichen Einsatz für öffentliche Belange, an seine Weitsicht und Ausdauer, die ihn mit der Bubenreuther Instrumentenausstellung für immer verbinden.
Wir haben uns an diesem Tag von unserem Lehrmeister und Lebensfreund verabschiedet. Wir haben ihn sehr geliebt und verehrt. Seine Großzügigkeit und Warmherzigkeit, sein umfassendes Wissen, sein Schatz an Geschichten, sein Sinn für Details, sein skurriler Humor werden uns immer im Gedächtnis sein, solange wir denken können.
Er war ein wirklich außergewöhnlicher Instrumentenbauer, der mit seinem Ideenreichtum die Entwicklung der Gitarre in Deutschland vorangetrieben hat und er war ein großartiger Lehrer, stets bereit zu helfen und zu unterstützen; er war penibel, aber kein Pedant. Die Begegnung mit ihm hat unserem Leben eine sehr entscheidende Wendung gegeben.
In all der Trauer gibt es den tröstlichen Aspekt, dass Hannabach nicht nur in seinen Instrumenten weiterlebt, sondern auch in denen seiner Schüler, die er mit seinem Wissen gefördert und mit seiner Arbeit angespornt hat.